Crush: die intime Welt der Fotografie mit Bettina Pittaluga

Bettina pittaluga AMV

Auf den Seiten von M le Monde und von Vanity Fair oder auch in Kunstgalerien enthüllt die Pariser Fotografin Bettina Pittaluga ihre ultrasensiblen Aufnahmen. Es ist ihre Art, ihre Weltanschauung preiszugeben.

Wie würdest du deine fotografische Sichtweise definieren?

Ich sehe mich als Fotografin, nicht unbedingt als Künstlerin. Ich liebe alles, was mit Bildern zu tun hat, deshalb drehe ich auch Videos. Was mich wirklich berührt und bewegt, sind Menschen. In meiner Arbeit vereinen sich Emotionen, Sensibilität, Licht, Farben und Inszenierung.

Welche sind deine Lieblingsthemen?

Im Einklang mit meinen Werten setze ich gerne Menschen in Szene, die von unserer Gesellschaft eher übersehen werden. Ich habe die Möglichkeit, alle Menschen zu fotografieren, unabhängig von ihrer Größe, ihrem Geschlecht oder ihrer Hautfarbe … Ich kämpfe auch gegen die Objektivierung von Individuen, insbesondere von Frauen. Ein Körper ist weder ein Kleiderständer noch ein Gegenstand.

Wie findest du deine Models?

Ich folge meinem Instinkt! Manchmal ist es ganz offensichtlich: Es kann auf der Straße, in einem Supermarkt oder auch auf Instagram geschehen. Es hat Jahre gedauert, bis ich soviel Selbstvertrauen hatte, um jemanden zu fragen, ob ich ihn fotografieren darf. Außerdem fotografiere ich gerne meine Freunde und meine Familie, die enorme Inspirationsquellen für mich sind.

Welche deiner jüngsten Aufträge haben dich besonders bewegt?

Meine Arbeit für das Magazin M le Monde, für das ich die künstlerische Leiterin von Dior, Maria Grazia Chiuri, geshootet habe. Ganz spontan möchte ich auch das Portrait von Laure Adler erwähnen, das ich für Vanity Fair erstellt habe. Das sind Frauen, die ich wirklich schätze und bewundere.

Arbeitest du mit Analogkameras?

Ja, ausschließlich. Mittelformatkameras, oft eine Pentax. Wenn möglich, entwickele ich meine Fotos selbst. Bei der Analogtechnik besteht ein starker Bezug zum Zeitaspekt. Ich kann beispielsweise nicht zeigen, was ich fotografiere, weder dem Model noch dem Kunden. Sie müssen abwarten und Vertrauen haben. Ich brauche diese nicht komprimierbare Entwicklungszeit, um meine Fotos zu bearbeiten, sie auszuwählen, zu verwerten und mein Motiv zu gestalten. Auch die Sensibilität ist völlig anders. Im Labor habe ich Zugang zu sehr viel wahrhaftigeren Farben. Ja, wahrhaftig, das trifft es auf den Punkt. Es ist für mich der beste Weg, die Farben, das Licht, den Gesamteindruck zu kontrollieren. Einfach unglaublich. Und ein Film ist etwas Physisches, Materielles. Man kann ihn anfassen, sortieren, archivieren.

Welches sind die Fotografen und Künstler, die dich inspirieren?

Da gibt es viele! Ich liebe zum Beispiel die Arbeit von Joel Meyerowitz. Und auch Alec Soth, Mary Ellen Mark, Nan Goldin, Dorothea Lange oder Jane Evelyn Atwood. Ich mag ihre Sensibilität. In ihren Bildern verspüre ich Gefühle, Emotionen. Sie sind menschlich, herzlich, bewegend und schön.

Was sind deine zukünftigen Projekte?

Ich habe zwei Ausstellungen in Aussicht. Die erste mit dem Palm Studio Prize in London. Sie wird ab dem 14. November in der East Photographic Gallery stattfinden. Und eine zweite mit der italienischen Vogue, die ab dem 30. Oktober im Park Giardini di Porta Venezia in Mailand stattfindet. Dort wird die Arbeit von 30 ausgewählten Künstlern ausgestellt. Ich freue mich, dazu zu gehören.

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