Céline Thibault und Géraud Pellottiero bringen den Süden ins Schaufenster

Celine Thibault Geraud Pellotiero 1

Die Preisträger der Design Parade 2019 inToulon, Céline Thibault und Géraud Pellottiero, erhielten die Gelegenheit, die Einrichtung ausgewählter American Vintage-Vitrinen, von Berlin über Antwerpen und Paris bis nach London, zu designen. Eine wahre Ode an die Natur! Ihre Einrichtungen, in denen sich Naturkorbschalen, Trockenblumen und Spiegel mit Zitaten von Marcel Pagnol mischen, vermitteln die südfranzösische Lebensfreude.

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Wie werden in Ihrem Zweierteam die Aufgaben verteilt?

Géraud Pellottiero: Wir gestalten die Projekte gemeinsam. Céline sammelt Details, sucht harmonische Farbkombinationen und Materialien. Ich für meinen Teil denke über die Verräumlichung nach, darüber, wie der Besucher in die Einrichtung einbezogen werden kann, sodass er sie bewusst erlebt. Es ist ein Wechselspiel zwischen meiner Architekturzeichnung, Célines sinnlicher Gestaltung und der eigentlichen Fertigung mit 4, 6 oder auch mehr Händen.

Bereits bei der Design Parade 2019 hatten Sie sich für ein Badezimmerprojekt vom Süden Frankreichs inspirieren lassen. Was reizt Sie so besonders an dieser Region?

Der Süden ist ein Gemütszustand. Das Licht dort ist warm, nahezu gleißend … Es ist ein trockenes, ausgedörrtes Land in Karamellfarben, das die natürliche Reinheit der Rohmaterialien in Szene setzt. Und die Einwohner im Süden haben ein starkes, aber liebenswürdiges Temperament!

Wie fügen sich die von Ihnen gewählten Textpassagen von Marcel Pagnol in Ihren künstlerischen Schaffensprozess ein?

Texte, sei es in Form von Gedichten oder Fragmenten, stellen für uns immer eine Grundlage dar. Wir schreiben üblicherweise immer ein Gedicht, bevor wir ein Projekt beginnen. Hier war Marcel Pagnol zweifellos unumgänglich, denn seine Darstellung dieser Region entsprach genau der Schlichtheit des Lebens im Süden, die uns bewegt.

Beschreiben Sie uns die verschiedenen Schritte der Vitrinengestaltung, von der Inspiration bis zur Fertigung. Mit wem haben Sie dabei zusammengearbeitet?

Wir wollten so viele Dinge wie möglich selbst herstellen. Der Kork und diese großen Naturkorkschalen, die wir bei Maryse und Maurice Junqué gefunden haben, bilden den Ausgangspunkt. Und natürlich die Feder von Pagnol. In der ersten Prototypstufe ist alles erlaubt. Wir arbeiten mit Handwerkern, die Herausforderungen lieben, um die Lösung zu finden, die zu der Geschichte passt, die wir schreiben möchten. Was mich und Céline antreibt, ist die Dynamik des Machens. Wir testen und probieren, wir machen Fehler und kommen voran. Die ersten Tests im Shop ermöglichen eine erneute Anpassung, damit die Einrichtung unseren erzählerischen Absichten möglichst nahe kommt.

Welche war die größte Herausforderung bei der Dekoration dieser Vitrinen?

Es war der Versuch, einem Raum, den wir meist zweidimensional wahrnehmen, Volumen und Tiefe zu verleihen. Wir haben auch die Frage des Abstands zum Schaufenster berücksichtigt, je nachdem, auf welchem Bürgersteig man gerade läuft. Letztlich war es auch eine Herausforderung an unsere Mobilität. Mit unserem LKW auf Tour fahren, um alle Schaufenster einzurichten, das hatten wir bislang noch nicht gemacht!

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