Das kulturelle Überlebenspaket für den Januar

Die Festtage liegen hinter uns, doch der Winter ist noch lange nicht vorbei. Um dem Winterblues zu trotzen, haben wir hier eine Auswahl an Filmen und Büchern zusammengestellt, die ihr euch, eingewickelt in eine kuschelige Decke, zu Gemüte führen könnt.

Titelfoto: Jason Abdilla

Liebe braucht keine Ferien (Nancy Meyers, 2006)

Dieser Kultfilm aus den 2000er-Jahren dürfte allgemein bekannt sein, oder? Wenn ihr ihn allerdings noch nicht gesehen habt, ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt dafür! Der Film erzählt die Geschichte von Amanda und Iris, zwei jungen Frauen, die einen wahren Wirbelsturm der Gefühle durchleben. Aus einer fixen Idee heraus entscheiden die beiden, ihre Wohnungen zu tauschen. Amanda findet sich somit in einem kleinen Cottage auf dem Land wieder, während Iris sich auf den Weg nach Los Angeles macht, wo eine schicke Villa mit allem Drum und Dran auf sie wartet. Wenn ihr den Film zum ersten Mal seht, seid nicht zu streng: Es werden nahezu alle Klischees bedient. Trotzdem ist und bleibt dieser Streifen ein echter Wohlfühlfilm.

Foto: Alle Rechte vorbehalten

Der Ursprung der Gefühle (Liv Strömquist, deutsche Ausgabe 2018)

Habt ihr Lust, mal so richtig mit der Faust auf den Tisch zu schlagen? Dann ist dieser Comic der schwedischen Autorin genau das Richtige für euch. Mit einem gewissen Humor stellt Strömquist die patriarchale Gesellschaft an den Pranger und zieht dabei Beispiele aus der Popkultur und der Psychoanalyse heran. Prince Charles wird ebenso wie Mister Big aus Sex and the City in die Mangel genommen. Ihr merkt schon: Hier kommt jede und jeder auf seine Kosten – und das mit größtem Vergnügen.

Foto: @sc.type

Nope (Jordan Peele, 2022)

Eigentlich hätten wir auch einen anderen seiner Filme auswählen können, wir haben uns jedoch für den letzten entschieden. Grundsätzlich haben nur Filme mit Happy End ihren Platz auf der Liste der Wohlfühlfilme. Bei American Vintage haben wir aber auch nichts gegen ein bisschen Horror einzuwenden. Der Film erzählt die Geschichte von Otis und seiner Schwester, die Pferde für Filmdrehs dressieren. Als ihr Vater plötzlich durch ein mysteriöses, vom Himmel gefallenes Objekt getötet wird, beschließen die beiden, der Sache auf den Grund zu gehen. Und so viel sei verraten: Dabei steht ihnen so einiges bevor. Ein Film für einen Sonntagnachmittag, dem man gern einen Zeichentrickfilm folgen lässt.

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Mein Mann (Maud Ventura, 2021)

Sie ist 40 Jahre alt. Sie ist verheiratet. Sie hat zwei Kinder. Sie hat ein großes Haus. Sie hat eine erfüllende Arbeit. Sie? Eine Frau, die auf den ersten Blick alles hat, um glücklich zu sein. Wenn da nicht ihre völlig irrationale Besessenheit von ihrem Mann wäre. Sie spioniert ihm nach, schreibt seine Fehler in einem Heft nieder, schreckt manchmal vor sich selbst zurück und bringt uns häufig zum Lachen. Die 270 Seiten des Buchs verschlingt man im Nu, eine Tasse duftenden Tees in greifbarer Nähe.

Foto: @le.bazar.de.barbouille

Kikis kleiner Lieferservice (Hayao Miyazaki, 1989)

Kiki muss wie alle anderen Hexen auch mit 13 Jahren das Elternhaus verlassen und in die Stadt ziehen, um dort ihre Hexenkräfte zu vervollkommnen. In Begleitung ihres schwarzen Katers Jiji begibt sie sich auf den Weg. Ein Weg, der so manches Mal mit Hindernissen gesät ist, aber auch schöne Überraschungen und viele Erlebnisse bereithält. Dieser Anime-Film aus den 80er-Jahren beleuchtet das Thema Unabhängigkeit in all seinen Facetten und ist heute so aktuell wie damals. Ein Filmvergnügen, das man hemmungslos genießen kann – allein oder mit der Familie.

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Black Friend: Essays (Ziwe, 2023)

Falls sie euch auf den sozialen Netzwerken schon aufgefallen ist, dann wahrscheinlich wegen ihrer ultraspitzzüngigen Interviews. Auf YouTube bringt sie ihre Gäste mit Fragen ins Schwitzen, die sich insgeheim eigentlich alle stellen. Dennoch darf man nicht vergessen, dass Ziwe vor allem Schriftstellerin ist. In dieser lustigen und intelligenten Essaysammlung führt sie vielfältige Standpunkte auf, die sich insbesondere um die Frage drehen, wie es ist, die „schwarze Freundin“ zu sein. Ein bewegendes Buch, das man einfach gelesen haben muss.  

Foto: @thecommonpress

Grand Budapest Hotel (Wes Anderson, 2013)

Der zwischen Komödie und Drama angesiedelte Film erzählt den Alltag der Angestellten und Gäste des prächtigen Grand Budapest Hotels aus der Sicht des Concierge Monsieur Gustave (gespielt von Ralph Fiennes). Der Film enthält alle Zutaten, die einen guten Wes-Anderson-Film ausmachen: Pastellfarben, symmetrische Einstellungen und skurril-absurde Szenen. Wenn die Bilder bei euch eine Endorphinausschüttung hervorrufen, dann solltet ihr euch in diesem Instagram-Account verlieren, in dem es Orte zu sehen gibt, die aus einem der Dekore des amerikanischen Regisseurs entsprungen sein könnten.  

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Weiße Nächte (Fiodor Dostojewski, 1848)

Was ist diese Novelle eigentlich, eine Liebes- oder eine Leidensgeschichte? Sicherlich beides. Wir machen die Bekanntschaft eines jungen, sehr einsamen Mannes, der eines Nachts auf eine völlig aufgelöste junge Frau trifft. Er verliebt sich in sie. Nach vier (weißen) Nächten und einem Morgen findet die Geschichte ein Ende, über das wir hier nicht mehr verraten wollen. Ihr müsst das kurze Buch schon selbst lesen, zum Beispiel an einem Samstag zwischen Mittagsnachtisch und Nachmittagskaffee. Und falls es noch eines ultimativen Arguments bedarf, um euch zu überzeugen: Ihr könnt nach der Lektüre damit prahlen, Dostojewski gelesen zu haben, und das ganz ohne euch durch den 1000-seitigen Romanklassiker Der Idiot gekämpft zu haben.

Foto: @marilotheque

Herzensbrecher (Xavier Dolan, 2010)

Es ist einer der ersten Spielfilme des kanadischen Regisseurs Xavier Dolan und wahrscheinlich auch einer der bewegendsten. Im Montreal der 2010er-Jahre leben Francis und Marie ein von Spaziergängen in das Mile-End-Stadtviertel und Partys getaktetes Leben. Eines Abends lernen sie Nicolas kennen, einen etwas rätselhaften Mann, der ihre Freundschaft auf eine harte Probe stellt. Wenn ihr schon immer einmal in die Welt von Xavier Dolan eintauchen wolltet, dann solltet ihr euch diesen Film unbedingt ansehen.

Foto: Alle Rechte vorbehalten

Über die Berechnung des Rauminhalts I (Solvej Balle, 2024)

Wenn euch Und täglich grüßt das Murmeltier gefallen hat, dann werdet ihr von diesem Buch (dem ersten von sieben Bänden) begeistert sein. Der Pitch ist simpel: Tara, die Protagonistin, durchlebt wieder und wieder denselben Tag, den 18. November. Warum geht es nur ihr so? Wird es ihr gelingen, aus dieser Zeitschleife auszubrechen? Wenn ja, wie und wann? Dieses eher kontemplative Werk regt dazu an, über den Sinn des Lebens im Allgemeinen sowie über den Sinn von Taras wie auch unserem eigenen Leben im Besonderen nachzudenken.

Foto: @antilibrarian

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