In wenigen Wochen (für manche sogar schon in wenigen Tagen) beginnen die Ferien. Deshalb hier einige Vorschläge, um sich an jedem Reiseziel willkommene Ablenkung zu verschaffen. Ganz wichtig: Lesezeichen nicht vergessen!
Titelfoto: Julia Cheperis
Die Perfektionen von Vincenzo Latronico
Ein paar Seiten lang etwas unkonzentrierter lesen, ohne den Faden zu verlieren? Die Protagonisten (ein bisschen) hassen? Sich in metaphysischen Gedanken über das Leben und die Vergänglichkeit ergehen? Bingo! All das ist mit dem kurzen Buch Die Perfektionen möglich. Zur Handlung sei nur so viel verraten: „Sie haben eine schöne Wohnung mit einer ausgesuchten Einrichtung, einen Job, den sie gern machen, interessante Freunde und ein stabiles Liebesleben. Kurzum, sie haben alles, um glücklich zu sein, und glücklich sind sie auch – oder?“
Foto: @readingbythebay


Was das Leben kostet von Deborah Levy
In diesem autobiografischen Roman erzählt Deborah Levy von einer besonderen Zeit in ihrem Leben: der Zeit nach ihrer Scheidung. Eine Erzählung voller Ehrlichkeit und Fragen. Fragen, die manchmal ohne Antwort bleiben. Ein Aufruf, das Leben mit all seinen Höhen und Tiefen anzunehmen.
Foto: @doris.barbier
Der Gott des Waldes von Liz Moore
Der im März auf Deutsch erschienene Roman Der Gott des Waldes ist ein Thriller eines neuen Genres. Hauptschauplatz ist das Feriencamp Emerson zu zwei unterschiedlichen Zeiten, in denen sich jeweils zwei Dramen zugetragen haben: der Tod eines kleinen Jungen und das Verschwinden einer Jugendlichen. In atemberaubender Geschwindigkeit verwirren und entwirren sich die vergangenen und gegenwärtigen Geschichten der Familien.
Foto: @thewell.read.collective


Auf allen vieren von Miranda July
Dieser zugleich lustige und anrührende Roman ist ein echtes Geschenk des Himmels. Die Leserinnen und Leser verfolgen die Geschichte der Protagonistin, deren Entscheidungen oft naiv, überstürzt und schräg erscheinen. Dabei wird die Rolle einer vierzigjährigen Frau und Mutter hinterfragt, ebenso wie ihr Glück, ihr Umgang mit dem Älterwerden und der Vergänglichkeit.
Foto: @kat_omeara
Die jüngste Tochter von Fatima Daas
In dieser Autofiktion, deren Adaption für das Kino in diesem Jahr in Cannes gezeigt wurde, erzählt Fatima Daas von ihrem Hin- und Hergerissensein zwischen Glauben und (Homo)Sexualität. Es ist eine Art persönliches Tagebuch, das tausend und ein denkwürdiges Zitat liefert.
Foto: @laurencedecabarrus


Auf Erden sind wir kurz grandios von Ocean Vuong
Wenn Ihnen das Video, in dem Ocean Vuong mit Oprah über seinen neuesten Roman spricht, auch die Tränen in die Augen trieb, dann sollten Sie unbedingt seinen ersten Roman lesen. In diesem Brief eines Sohnes an seine Mutter spricht der Autor Themen wie Identitätsfindung, Kollektivtraumata und innerfamiliäre Gewalt an. Und bedient sich dabei einer sehr poetischen Sprache. Einfach wunderbar!
Foto: @lefeminotheque
De grandes dents (auf Deutsch etwa: Große Zähne) von Lucile Novat (derzeit noch nicht auf Deutsch erschienen)
In diesem Essay bietet die Autorin eine moderne Analyse des berühmten Kindermärchens „Rotkäppchen“. Sie analysiert darin Gemeinplätze, Vorurteile, Machtverhältnisse und patriarchale Verhaltensmuster und beschäftigt sich dabei unter anderem mit der folgenden Frage: „Und was, wenn die Großmutter gar nicht vom bösen Wolf gefressen wurde?“
Foto: @caroleboinet


Klara und die Sonne von Kazuo Ishiguro
Die folgende Beschreibung ist bewusst sehr kurz gehalten, denn dieses Buch sollte man unvoreingenommen lesen. Allerdings sei verraten, dass es darin um Klara geht, eine Art KI, die als Babysitterin für ein krankes junges Mädchen eingestellt wird.
Foto: @lequatriemelivre
Ask Doctor Mueller von Cookie Mueller
Wenn Ihnen der Name der Autorin bekannt vorkommt, dann liegt das vielleicht daran, dass sie nicht nur Schauspielerin ist, sondern auch der Fotografin Nan Goldin sehr nahesteht. Das Magazin East Village Eye beauftragte die humorvolle Autorin, Leserbriefe zu Gesundheitsthemen zu beantworten. Entstanden sind Briefe, die sich vortrefflich als vergnügliche Ferienlektüre eignen und die man gerne auch seinen Freunden vorliest.
Foto: Alle Rechte vorbehalten


Was wir im Feuer verloren von Mariana Enríquez
In dieser Sammlung von zwölf Kurzgeschichten zeichnet die Königin des Horrors das Bild eines gewalttätigen, ungleichen und perversen Argentiniens. Die Geschichten können in beliebiger Reihenfolge gelesen werden. Gruselfaktor garantiert! Wenn Ihnen der Stil gefällt, können Sie gleich einen weiteren Erzählband der Autorin anhängen: Von den Gefahren, im Bett zu rauchen.
Foto: Alle Rechte vorbehalten
Das AMV Journal ist ein Ort, der sich der Begegnung, Entdeckung und dem Reisen widmet. Jede Woche finden Sie hier die Favoriten, Porträts und Inspirationen von American Vintage und seinem Designstudio.

